Wie funktioniert eigentlich eine Suchmaschine? Oder: Was SEO-Text mit Putengeschnetzeltem zu tun hat.

Wie funktioniert eigentlich eine Suchmaschine? Oder: Was SEO-Text mit Putengeschnetzeltem zu tun hat.

Wie funktioniert eigentlich eine Suchmaschine? Oder: Was SEO-Text mit Putengeschnetzeltem zu tun hat. 1 1 Petra

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Ich gebe praktisch ständig irgendwas in meine Suchmaschine ein. Sobald ich eine Frage habe (was war nochmal? Wo gibt es was? Wer hat den ESC gewonnen?), tippe ich drauflos. So scheint es vielen zu gehen, denn die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist mittlerweile ein Milliardengeschäft geworden. Doch wie funktionieren Google & Co. eigentlich? Wie muss man sich das vorstellen, so eine Suchanfrage? Wir bringen Licht in die „Blackbox“.

Google für Dummies

Eines vorweg: Hier geht es nicht darum, das Geheimnis des „Rankings“ zu entschlüsseln oder die Funktionsweise des Suchalgorithmus in all seinen hochtechnischen Details zu erklären. Stattdessen erhalten Sie eine vereinfachte Darstellung, die Ihnen hilft, Ihrer SEO-Agentur die richtigen Fragen zu stellen oder beim nächsten Netzwerktreffen mitreden zu können.

1. Die Datenbank

Die Datenbank einer Suchmaschine ist eine riesige Liste mit Wörtern. Stellen Sie sich einfach eine Excel-Tabelle vor, bei der oben in der ersten Zeile alle Websites wie www.FleetmarkundWeissensee.de aufgelistet sind und in der ersten Spalte alle Wörter, die im World Wide Web auf diesen Seiten und Unterseiten zu finden sind. Auf unserer Homepage steht zum Beispiel unter anderem das Wort „SEO-Text“. In der Tabelle würde dann also in der Spalte von Fleetmark + Weissensee in der Zeile des Wortes „SEO-Text“ ein Häkchen gesetzt werden: Ja, auf der Seite fleetmarkundweissensee.de gibt es das Wort „SEO-Text“. In unserer Website-Spalte wäre hingegen beim Wort „Putengeschnetzeltes“ kein Haken. Denn das ist irgendwie nicht so unser Thema als Texter, außer in Form eines Mittagstisches im Luv, aber das gehört jetzt hier nicht hin.

Suchmaschine XY FleetmarkundWeissensee.de
     
     
SEO-Text    
Putengeschnetzeltes      
     

2. Der Robot

Verdammt, habe ich gerade „Putengeschnetzeltes“ geschrieben? Manche Wörter möchte man als Werbetreibender vielleicht nicht unbedingt mit seiner Website assoziiert sehen. Woher weiß aber die Suchmaschine, was überhaupt auf unserer Seite steht und dass ich diesen Blogartikel gestern hochgeladen habe? Hier kommen die Robots ins Spiel. Sie durchforsten unermüdlich 24/7 das WWW auf der Suche nach neuen Wörtern, die sie in die Liste eintragen können. Nach Veröffentlichung dieses Blogbeitrags wird irgendwann ein Suchmaschinen-Robot – sagen wir der Suchmaschinen-Robot von Google namens Googlebot – auf unseren neuen Blog-Inhalt aufmerksam. Ich wette, das Wort „Putengeschnetzeltes“ gibt es bereits in der Liste und nun ist in der Google-Datenbank ein Häkchen bei FleetmarkundWeissensee.de … Verdammt.

3. Der Algorithmus

Jetzt wird es spannend. Denn natürlich hat ein konkurrierendes Unternehmen auf der Website ebenfalls die wichtigen Signalwörter verwendet, die bei Suchenden so beliebt sind. Wird bei Google also beispielsweise „SEO-Text“ oder „Ihr-wisst-schon-was“ eingegeben, geht die Suchmaschine einfach in die entsprechende Zeile für das Wort und findet, oh, Überraschung, ziemlich viele Häkchen. Jetzt muss sie einfach nur noch auflisten, auf welchen Seiten sie alles ein Häkchen gefunden hat. Aber in welcher Reihenfolge listet sie? Alphabetisch? Nach Datum? Oder nach Geld, die ich für eine SEO-Agentur bezahlt habe? Alles falsch.

Die Auflistung der Suchergebnisse, Ranking genannt, erfolgt nach dem Prinzip der Relevanz. Wem das nichts sagt, der erinnere sich daran, welches Geschäftsmodell eine Suchmaschine eigentlich verfolgt. Was ist ihr Ziel? Jede Suchmaschine hat ein einziges Interesse: Sie will relevante Suchergebnisse für Ihre Nutzer*innen liefern! Ja, na gut, kleine Einschränkung: und Geld für Anzeigen kassieren. Aber das kann sie nur, wenn die Suchmaschine eben relevante Ergebnisse liefert – und zwar konstant. Apropos relevant … ich sehe vor meinem geistigen Auge plötzlich ein verzweifeltes Elternteil vor einer Horde hungriger Kinder in der Küche stehen, das hastig „Putengeschnetzeltes“ googelt und als Erstes diesen Blogbeitrag angezeigt bekommt. Sorry!

PS: Der Inhalt dieses Artikels ist ehrlicherweise nicht auf meinen Mist gewachsen, sondern stammt zu großen Teilen von meinem genialen Teilzeit-Chef und Linguistik-Papst Prof. Dr. K. H. Wagner (Uni Bremen). So müssen Lehrende sein!


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